Spektrümmerchen

Das Ende: Ein Wort – Eine große Bedeutung

Ist das Ende gut oder schlecht? Und was ist es überhaupt? Hat alles ein Ende?

Gerade lese ich ein Buch von Michael Ende. „Die unendliche Geschichte“. Mittlerweile bin ich schon ziemlich weit mit dem Lesen fortgeschritten, aber nun fällt mir auf einer Seite ein Wort besonders ins Auge. „Ende.“  

Allerdings steht es nicht auf der letzten Seite, zeigt also nicht, dass das Buch „zu Ende“ ist. 

Ich überlege und mir fällt ein, wie oft wir das Wort „Ende“ doch verwenden. „Ende“.  

Es drückt aus, dass etwas vorbei ist. Ein Stadium nach der Handlung; Das letzte Stadium.  

Ich stelle fest, dass auch der Titel des Buches mit diesem Wörtchen zusammenhängt Aber damit ist nicht das letzte Stadium an sich gemeint, sondern dass dieses Stadium niemals eintreffen wird. „Unendlich“: Ohne Ende.  

Das Ende muss nicht immer etwas Gutes bedeuten. Ein harmloses Beispiel ist das Ende eines Buches, welches sehr spannend war, doch nun ausgelesen ist. Meistens ist man dann traurig, weil man das Buch mochte und nun nicht mehr die Spannung hat und mit den Protagonisten mitfiebern kann.  

Was ist das Ende?  

Das Ende lässt sich schwer beschreiben. Es ist das Gegenteil vom Anfang, kommt aber trotzdem nicht ohne ihn aus. Denn ohne Anfang könnte nichts existieren. Keine Pflanze, kein Mensch oder Tier. Noch nicht mal unser Planet. Denn bei allem muss es einen Anfang geben, damit alles auch ein Ende nehmen kann. Aber hat wirklich alles ein Ende? 

Diese Frage lässt sich nur schwerlich beantworten. Wenn man sich einmal den Zyklus des Lebens, zum Beispiel den einer Blume anschaut, stellt man zunächst fest: Die Blume hat einen Anfang und ein Ende.  

Denn sie wächst zuerst heran, blüht und verblüht wieder. Dann allerdings, nach ein wenig Nachdenken, merkt man, dass nach dem Ende ein neuer Anfang kommt. Der Anfang des Zerfalls der toten Überreste dieser Blume. Daraus entstehen neue Erde und Samen.  

Sie können bewirken, dass ein neues Leben entsteht: Eine neue Blume, deren Zyklus der gleiche wie der der toten ist. Der Anfang der ersten Blume besteht wiederum aus dem vieler vorheriger Blumen, die den gleichen Zyklus durchleben mussten.  

Aber zuerst, so viel ist klar, brauchte es eine erste Blume.  

Fazit?  

Ein konkretes Fazit kann ich nicht niederschreiben, denn jeder kann eine andere Vorstellung vom Ende haben. Für manche mag es gut sein, für manche schlecht. Andere wiederum können beides, Anfang und Ende, mögen oder hassen. Den Anfang einer Freundschaft beispielsweise finden die meisten schön, andere wiederum mögen ihn hassen, weil die beste Freundin oder der beste Freund nur noch die andere Person im Kopf hat und man sich selbst dadurch ausgeschlossen und allein vorkommt.  

Jedoch ist sicher, dass alles einen Anfang hat. Die Welt hat einen Anfang, doch ihr Fortbestehen wird nicht ewig sein – irgendwann wird auch sie, wie so viele andere Planeten, ein Ende nehmen. 

Ende:  

Der Lehrer ruft: „Ende für Heute“, durch den Klassenraum und reißt mich unsanft aus meinen Gedanken. Aber nun weiß ich, was für eine Bedeutung das Wort „Ende“ haben kann.  

Endlich Zuhause angekommen setze ich mich wieder in meinen gemütlichen Sessel und lese das Buch zu Ende. Ende. 

Leonie Lena Strobel 

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