Queerness in der Jugend- und Erwachsenen Literatur
Anna Dimitrova – Kanak Kids:
Dessi führt ein Doppelleben zwischen ihrem Brennpunktviertel mit ihrer bulgarischen Familie und dem Gymnasium in der Innenstadt, das sie besucht. Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2025.
Lena Hach – Fred und ich:
Anni lernt den trans Jungen Fred kennen und freundet sich mit ihm an. Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2024.
Kim Marie Hartmann – Boy Meets Girl:
Graphic-Novel-Version des Films von Eric Schaeffer; Ricky, eine vom Dating frustrierte trans Frau versucht, an einer New Yorker Uni für Modedesign angenommen zu werden und verbringt viel Zeit mit ihrem besten und einzigen Freund Robby.
Kathrin Köller und Irmela Schautz – Queergestreift:
Ein Sachbuch, das sich mit dem Thema LGBTIQA+ beschäftigt. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2023 in der Kategorie Sachbuch.
Claudia Krell und Kerstin Oldemeier – Coming-out – und dann…?!:
Coming-out-Verläufe und Diskriminierungserfahrungen queerer Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland.
Abdi Nazemian – Nur dieser eine Augenblick:
Moud ist siebzehn und queer und erfährt durch einen Besuch bei seinem kranken Großvater im Iran Familiengeheimnisse, die ihn dazu zwingen, sich selbst, seine Familie und seine Kultur mit neuen Augen zu betrachten.
Meredith Russo – Birthday:
Die Geschichte zweier Teenager*innen wird erzählt und Morgan findet heraus, dass sie trans ist. Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2022.
Amnesty Journal – Frauenkampf und Männermacht:
Ausgabe mit Beiträgen zu (Anti)Feminismus und der Situation queerer Personen in Russland und der Ukraine.
Philosophie Magazin – Wer wäre ich, wenn…?:
Ausgabe mit Beiträgen zum Thema Identität und Queerness.
Repräsentation queerer Personen in der Literatur
Die Literatur, die allgemeine, sowie die Kinder- und Jugendliteratur, erzählt häufig nur von Figuren, die sich im normativen Rahmen der Gesellschaft bewegen. Gerade in der Kinder- und Jugendliteratur geht es meist um Themen, mit denen sich die Leser*innen identifizieren können sollen, so zum Beispiel Familien-, Freundschafts-, oder Schulgeschichten. Doch sowohl in der realen Welt als auch in der Literatur nehmen Minderheiten meist – wenn überhaupt – nur eine Nebenrolle ein. Denn Queerness ist immer noch nicht in der Mitte der Gesellschaft, und somit auch der Literatur, angekommen und dementsprechend wenig Repräsentation gibt es in den Kinder- und Jugendbüchern. Obwohl die Auswahl in den letzten Jahren gewachsen ist, machen queere Bücher nur einen Bruchteil der Literatur aus.
Interessiert man sich für queere Literatur, könnten nicht nur die Vorschläge aus der Vitrine bei der Auswahl helfen, sondern auch das Beachten der folgenden Aspekte; wird die Diversität bzw. Queerness der Charaktere als Selbstverständlichkeit behandelt, oder werden sie durch ihr „Anders-Sein“ zu Außenseitern der Geschichte? Stellt Queerness bzw. die Entdeckung dieser das „Problem“ dar, um das sich die gesamte Handlung dreht? Werden Figuren aufgrund ihrer Queerness als hilfsbedürftig dargestellt?
Die in der Vitrine der wissenschaftlichen Bibliothek ausgestellten Bücher sollen aufmerksam machen und Vorschläge anbieten; einige von ihnen wurden für den Jugendliteraturpreis nominiert.
Im Gegensatz dazu werden vor der Bibliothek derzeit Bücher ausgestellt, die in den USA in Schulbibliotheken verboten sind. Auffällig ist, dass einige davon queere Jugendliche thematisieren. Auch in Deutschland geht der politische Trend nach rechts, weshalb es wichtiger als je zuvor ist, Geschichten aus allen Teilen der Gesellschaft zu erzählen, zu schreiben und zu enttabuisieren und darauf zu achten, dass Minderheiten nicht ausgelassen werden.
Von Daniel Daub


